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Anbei ein Erfahrungsbericht zu Agentic-Coding aus der theoretischen Teilchenphysik: Ausgangslage: Matlab+Python+Shell Skripte führen eine mathematisch recht anspruchsvolle Gitter-Simulation durch, bei der mit SU(2)-wertigen Feldern jongliert wird: Also Matrixmultiplikationen, Mehrdimensionale Differenzquotienten wohin das müde Auge blickt. Kurzum: Ein numerischer Albtraum wie ich ihn liebe. Das Problem: Ich habe kein Matlab und die Gitter-Simulationen überfordern mein Microsoft Surface (So sehr ich Microsoft mittlerweile auch verabscheuungswürdige, aber mit dem Surface haben sie mich gefangen). Die Aufgabe: Das Ganze im Blindflug in reines Python überführen. Da ich dafür eigentlich kaum Zeit aufwenden kann, habe ich mir KI-Unterstützung geholt: cursor.com wird auf ein topologisches Solitonenmodell losgelassen. Möge der Kampf beginnen: KI gegen Algebra und Topologie! Der Ansatz: In LaTeX vorliegende Publikationen dokumentieren die mathematischen Zusammenhänge sowohl analytisch, als auch numerisch, KI versteht LaTeX, Physiker lieben LaTeX [Hier anzügliches Wortspiel einfügen]. Ich lasse meinen KI-Begleiter also erst mal auf Ebene eines Syntax-Baumes ein Mapping zwischen der bisherigen Implementierung und den LaTeX-Gleichungen aufbauen. Mathe und Algorithmik stützen einander. (Wer hätte gedacht, dass ich diesen Teil des abgebrochenen Informatik-Studiums einmal real anwenden würde?!) Ausgehend von diesem Mapping wird dann schrittweise in Python überführt, wobei ich den KI-Agenten einen Implementierungsplan ausarbeiten lasse, der auch Validierungen durch Abgleich mit Matlab und LaTeX bereitstellt. Was mir dabei schon positiv auffällt: - Wenn ich der KI Dinge wie, "Vorsicht, Kodierung des SU(2) Feldes durch Pauli-Matrizen ist falsch indexiert und das Integrationsmaß ist falsch weil Zylinderkoordinaten." an den Kopf werfe, versteht die was ich meine und hat den Fehler tatsächlich sofort _korrekt_ behoben. - Ich kann dem Teil einfach sagen, es soll mir eine Bi-Simulations-Relation aufbauen und das Ding tut das dann auch. (Nie, niemals hätte ich gegelaubt DAS anzuwenden... Einfach geil, wie sich hier plötzlich die Kluft zwischen Theorie und Praxis schließt) Woran es derzeit noch scheitert: Am Blindflug. Da ich hier nicht wirklich sinnvoll testen kann, bleiben gefürchtete "Heisenbugs" lange unbemerkt: Die iterative Energie-Minimierung der Gitter für Matlab versus Python scheinen kongruent, sind es aber (wie ich vor wenigen Tagen bemerkte) nicht. Mögliche Ursache: Ein Indexierungsfehler verschiebt in einer konjugierten Gradientenmethode den aufs Gitter aufzuaddierenden Gradienten. Über die ersten Iterationen hinweg ist der dadurch verursachte Fehler kleiner, als die numerischen Abweichungen der Differenzquotienten, später immernoch kleiner, als das Energie-Inkrement (Alias Loss-Function, Wirkungsidchte, Lagrangian). Erst wenns ans Eingemachte geht, fällt auf, dass mein Python-Gitter vom Rechten Weg abbiegt.