Unglaublich, wie sich die Natur einen Lebensraum in nur 3 Monaten zurückerobern kann! Noch im März war der Vorplatz vom Labör ein öder, asphaltierter Parkplatz. Nach der Entsiegelung durch die Stadt Zürich haben wir mit der partizipativen Aussenraumgestaltung gestartet. Der Boden bestand zu diesem Zeitpunkt aus einer ziemlich leblosen Kieskofferung – einer Schicht, die seit Jahrzehnten kein Sonnenlicht und keinen Tropfen Regen mehr gespürt hatte. Heute, nur rund 90 Tage später, blüht hier das Leben, es summt und kriecht in jeder Ecke. 🌿🐛🌻🌱🐝 In Garten-Aktionen mit den Menschen aus dem Quartier haben wir den toten Boden zum Leben erweckt; hunderte von Stecklingen, Samen und Pflanzen wurden gesetzt. Gemeinsam haben wir eine grüne Oase und einen wertvollen Lebensraum mitten in der Stadt geschaffen. Und dies ist erst der Anfang. Wir sind unglaublich gespannt, wie sich dieser Grünraum weiterentwickelt und wie der Garten in einem Jahr aussehen wird. Diese rasche Transformation wirft eine fundamentale Frage für die moderne Stadtplanung und Quartierentwicklung auf: Sollte man nicht bei jeder Neugestaltung von kleineren Parkanlagen, Umgebung von Wohnüberbauungen oder Schulen prüfen, wie die Bevölkerung bei der Planung und Umsetzung miteinbezogen werden kann? Unser Projekt zeigt, dass man in einem angeleiteten, partizipativen Prozess mit Unterstützung einer Fachperson für Biodiversität sehr rasch viel erreichen kann, zudem schafft dies Identifikation und ein Gemeinschaftsgefühl im Quartier. Das Ergebnis ist ein Ort, der von den Menschen getragen, gepflegt und geliebt wird, weil sie ihn selbst gestalten. Spannende Fragen, die dies aufwirft: Wie würde unsere Stadt aussehen, wenn die Bevölkerung viel mehr Aussenräume von Wohnüberbauungen und kleinere Parkanlagen mitgestaltet? Wo macht dies Sinn? Und welche Rahmenbedingungen und Fachkompetenzen braucht es für die Begleitung solcher Prozesse?
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